aa Evangelische Kirchengemeinde St. Tönis
Evangelische Kirchengemeinde St. Tönis

Die Evangelische Kirchengemeinschaft Straupitz

Die Evangelische Kirchengemeinschaft (EKD) hat die Partnerschaft zwischen den drei Gemeinden  ursprünglich vermittelt. Am 30. Oktober 1959 trafen sich der damalige Pfarrer Edgar Brunzlow aus Straupitz und Pfarrer Hermann Gutzeit aus St. Tönis und besiegelten die Kooperation. Da Krefeld-Hüls und St. Tönis damals noch eine Doppelgemeinde waren, sind heute beide partnerschaftlich mit Straupitz verbunden.

Trotz der Zuteilung durch die EKD sei es zwischen den nordrhein-westfälischen Gemeinden und der im Spreewald nie eine verordnete Freundschaft gewesen, so der Straupitzer Pfarrer Christoph Hanke. „Es war kein ,Ihr müsst', sondern ein ,wir wollen'“, sagte er. „Diese Partnerschaft war auch ein Fundament, das zwischen Ost und West gelegt wurde. Damit wurde eine Brücke aufgebaut – in Zeiten, in denen man Brücken abbaute.“ Seither findet einmal jährlich ein mehrtägiger Austausch statt. „Zu DDR-Zeiten konnten wir natürlich nicht in die BRD reisen, da kamen die Angehörigen der westdeutschen Gemeinden zu uns.“

Beim feierlichen Gottesdienst in der Schinkelkirche waren auch diejenigen anwesend, die die jahrzehntelange Solidarität maßgeblich geprägt hatten. So war der Begründer Edgar Brunzlow anwesend, ebenso wie Altpfarrer Klaus Hanke, der die Straupitzer Gemeinde von 1969 bis 2003 leitete.


Die Pfarrerinnen Daniela Büscher-Bruch aus St. Tönis und Doerthe Brandner aus Krefeld-Hüls hielten Gast-Predigten. Dies war jedoch viele Jahrzehnte nicht selbstverständlich gewesen, erklärte Christoph Hanke. Zu DDR-Zeiten war lediglich ein Grußwort erlaubt. „Und so konnte es durchaus vorkommen, dass ein Grußwort eine Viertelstunde dauerte“, blickte er schmunzelnd zurück.

„Die Partnerschaft zwischen unseren Gemeinden ist ein Weg, Glauben zu entdecken und vor allem lebendig zu machen“, so Pfarrerin Daniela Büscher-Bruch, „denn dadurch entstehen Beziehungen, die dem Glauben Leben verleihen.“

Jörg Eloo aus St. Tönis besuchte zum ersten Mal seit 1987 wieder die Partnergemeinde in Straupitz.
Er traf bekannte Gesichter wieder und berichtete von seinen damaligen Erfahrungen als Jugendlicher:
„Ich war 19 Jahre alt und weiß noch, dass ich beim Bäcker Fred Kunze untergebracht war. Das wurde damals vom Pfarrer extra so organisiert, da ich auch in einem Bäckerei- und Konditor-Großhandel gelernt hatte.“

Die DDR sei ihm damals vorgekommen, „wie ein anderer Stern“, sagte Jörg Eloo. „Zum Beispiel weiß ich noch, dass mir mein Gastvater erzählte, er müsse, um ein Nudelholz zu bekommen, bis nach Dresden fahren.Und bei uns im Betrieb standen die Dinger damals zu Hunderten in den Regalen.“

Pfarrer Christoph Hanke sieht der Zukunft der Partnerschaft positiv entgegen: „Wir möchten die Verbundenheit der Gemeinden in die nächste Generation tragen.“

 


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